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Machen wir eigentlich unseren geliebten Radsport kaputt?

NEWS | 21-12-2015 00:00:00 | Lars Messerschmidt

Das frage ich mich in letzter Zeit doch relativ oft. Deswegen richte ich zu Weihnachten auch mal ein paar Worte an die große Radsportgemeinde als 1. Vorsitzender des DDMC Solling e.V., als 2. Vorsitzender des Challenge4MTB e.V. und als Teamfahrer vom MTB11.DE Racing Team.

Was soll man von Diskussionen, wie sie aktuell im Internet bezüglich BDR Trikotregelung geführt werden, halten? In Kommentaren bei Facebook oder in Foren schreien Leute nach einem eigenen Verband für den MTB Sport. Dies löst bei mir immer nur Kopfschütteln aus.

Das heißt nicht, dass ich mit der neuen Trikotregelung des BDR einverstanden bin. Ich frage mich nur, wie das mit dem eigenen Verband funktionieren soll. Wir kämpfen in den Vereinen mit sinkenden Mitgliederzahlen. Und was noch viel schlimmer ist, es engagieren sich nur noch wenige ehrenamtlich. Wer soll bitte diesen Verband aufbauen und leiten? Ehrenamt ist hier das Zauberwort. Wir geben ohne mit der Wimper zu zucken tausende von Euros für Bikes und Bekleidung aus. Aber der Vereinsbeitrag, mit dem man sich auch einen Versicherungsschutz einkauft, der ist zu viel? Ohne die Vereine läuft im Rennsport gar nichts. Das sind die Ausrichter der Rennen. Und dann steht man da auf einmal mit einem Rennen wie unserem Marathon in Hellental und muss sich das THW als Streckenposten einkaufen, weil sich nicht genug Helfer finden. 300 und mehr Stunden für Training im Jahr sind drin, 2 Stunden Kuchen verkaufen bei dem vereinseigenen Rennen aber nicht. Im Gegenzug steigen aber die Teilnehmerzahlen. Der Radsport lebt! Nur leider fährt jeder für sich und das ist das Problem! Immer mehr kleine Grüppchen, die Trikots designen und bei der „Vereinsmeierei“ nicht mitmachen wollen. An den Rennen der Vereine nehmen sie dann aber doch gerne teil. Diese Woche habe ich wieder von zwei abgesagten Veranstaltungen gelesen. Und warum? Die ehrenamtlichen Organisatoren gönnen sich mal eine Pause. Das ist immer nett gesagt. Ich selbst überlege in letzter Zeit oft, ob ich mir meine Ehrenämter neben Familie, Job, Haus etc. noch antuen sollte. Und dann kommen Radsportevents wie „Rund um den Solling“ wo mit vielen freiwilligen Helfern 15.000 € für die DKMS gesammelt werden konnten. Da weiß ich, dass ich dort durch meine Unterstützung das Richtige tue. Mein großer Apell: Setzt euch für Euren Sport ein! Investiert mal ein paar Stunden in ehrenamtliche Aufgaben. Und wenn sich an der „Basis“ alle einig sind, dann verändert man vielleicht auch mal was in der „guten alten deutschen Behörde“, dem Radsportverband. Aber auch da arbeiten die meisten ohne Gehalt!

Und danke an all die, die sich engagieren, einsetzten und kümmern! Weiter so! Nur so geht es! Ich wünsche Euch allen eine besinnliche und erholsame Weihnachtszeit!

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